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Tierarzneimittel: Weniger Antibiotika-Hähnchen auf dem Teller

Tierarzneimittel: Weniger Antibiotika-Hähnchen auf dem Teller
iStock/Slawomir Fajer

Brüssel |

Der vorbeugende und hoch dosierte Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung soll im Rahmen eines neuen Zulassungsverfahrens für Tierarzneimittel begrenzt werden. Entsprechende Anträge verabschiedet der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments heute Nachmittag.

„Ein Fortschritt für die Bekämpfung von Antibiotikaresistenz“, sagt Gesine Meißner, gesundheitspolitische Sprecherin der liberalen Fraktion und der FDP im Europäischen Parlament.

„Es ist gut, dass verantwortungsloser Umgang mit Antibiotika in der Tierhaltung eingeschränkt werden soll.

Vorbeugende Behandlung mit Antibiotika für besseres Wachstum ist nicht akzeptabel. Missbrauch kann zur Entstehung resistenter Krankheitserreger bei Mensch und Tier beitragen. Massenhaft eingesetzt, können Antibiotika in Nahrungsmittel gelangen. Es ist wichtig dem verantwortungslosen Umgang mit Antibiotika durch einige Mastbetriebe Grenzen zu setzen. Niemand möchte Antibiotika-Hähnchen auf dem Teller.

Prophylaktische Behandlung in der Tierhaltung ist aber unter bestimmten Bedingungen nötig und soll erlaubt bleiben. Klare Kriterien und Kontrolle der Vergabe von Tier-Arzneimitteln sind dafür erforderlich. Die prophylaktische Gabe von Antibiotika kann artgerechte Tierhaltung nicht ersetzen.“

Der Vorschlag soll ein eigenes, einheitliches Zulassungssystem in der EU für Tierarzneimittel schaffen. Bisher gibt es nur ein Verfahren, das mit der Zulassung von Human-Arzneimittel gekoppelt ist. Meißner dazu: „Das Ziel des neuen Vorschlags ist es, Arzneimittel für Veterinärmedizin schneller zulassen zu können und Missbrauch einzuschränken. Außerdem sollen einige Antibiotika in Zukunft nahezu ausschließlich in der Humanmedizin eingesetzt werden."

Der Standpunkt des Umweltausschusses soll voraussichtlich im April formal im Plenum verabschiedet werden, um danach mit den Mitgliedsstaaten verhandelt zu werden.

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