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Herkunftskennzeichnung: Absolut praxisfern

Herkunftskennzeichnung: Absolut praxisfern
iStock/JohnDWilliams

Brüssel |

Das Europäische Parlament stimmt heute (Donnerstag) über eine Entschließung zur verbindlichen Herkunftskennzeichnung ab. Gesine Meißner, verbraucherpolitische Sprecherin der FDP im Europäischen Parlament, kritisiert den Entwurf:

"Manche der Forderungen, die im Parlament diskutiert werden, sind absolut praxisfern. Es ist gängig, dass Molkereibetriebe Milch aus verschiedenen Quellen beziehen. Insbesondere in grenznahen Gebieten kann sich die Zusammensetzung ständig ändern. Entsprechend müsste die Kennzeichnung laufend angepasst werden. Das erschwert und verteuert den Betrieb in Molkereien ohne jeden Mehrwert für die Verbraucher. Zusätzlich stört eine verpflichtende regionale Kennzeichnung den EU-Binnenmarkt.

Freiwillige Herkunftsangaben sind sinnvoll und jetzt schon möglich. Hersteller nutzen sie, um die Regionalität bestimmter Produkte hervorzuheben. Das kann nicht nur einen Wettbewerbsvorteil bringen, sondern auch Verbrauchern ermöglichen, regional zu kaufen.

Wir haben in der EU hohe Anforderungen an Lebensmittelsicherheit und Kennzeichnung. Mehr Kennzeichnung gibt nicht mehr Sicherheit und wird vor Missbrauch nicht schützen."

Die Entschließung des Parlaments fordert die Kommission auf, verbindliche Vorschriften für die Herkunftskennzeichnung für Milch und Fleisch in verarbeiteten Lebensmitteln zu erlassen, sollte die Entschließung so angenommen werden. Sie ist weder rechtsverbindlich, noch ist die Kommission dadurch gezwungen, entsprechende Vorschläge zu machen.

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