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Einblicke ins Lotsenwesen auf Nord-Ostsee-Kanal und Elbe: jedes Revier ist anders!

Brüssel |

Im Februar hatte ich endlich Zeit, die Arbeit eines Lotsen vor Ort kennen zu lernen. In Brunsbüttel empfing mich Kapitän Probst, Ältermann der dortigen Lotsenbrüderschaft. Bevor wir in der Schleuse aufs Schiff gingen, erfuhr ich bereits eine Menge über diesen speziellen Beruf: alle Lotsen müssen - nach heutigem Stand - ein Kapitänspatent besitzen und einige Jahre Erfahrung als Kapitän zur See vorweisen können, bevor sie die mehrmonatige Spezialausbildung für die jeweilige Einsatzregion absolvieren. Beim praktischen Einsatz als approbierter Lotse gibt es dann eine kontinuierliche Steigerung nach Schiffsgrößen - beginnend mit dem kleinsten Schiff -, bis die volle Einsatzfähigkeit vorliegt. Allerdings ist jeder Lotse nach absolvierter Ausbildung von Beginn an Vollmitglied der Lotsenbrüderschaft mit allen Rechten und Pflichten und auch gleicher Bezahlung. Die Brüderschaft hat ein gemeinsames Sozialsystem, in das alle einzahlen und das bei Krankheit, Altersversorgung oder Versicherungsfällen greift.

Da nicht nur in maritimen Berufen generell, sondern auch bei Lotsen Nachwuchsmangel herrscht, wird gerade das deutsche Seelotsgesetz überarbeitet mit dem Ziel, dass die Ausbildung auch unabhängig von einem Kapitänspatent erfolgen kann.

Eins gilt aber grundsätzlich: jedes der 7 Reviere an der deutschen Küste ist anders und erfordert eine maßgeschneiderte Ausbildung. So sind auf dem Nord-Ostsee-Kanal, den ich bei Mitfahrt bis Rendsburg auf einem Containerschiff kennenlernen durfte, besondere hydrographische Kenntnisse erforderlich. Denn im Gegensatz zu den 'großen Schwestern' - Panama-Kanal und Suez-Kanal - gibt es auf dem Nord-Ostsee-Kanal Gegenverkehr: je nach Größe können sich bis zu 4 Schiffe gleichzeitig begegnen, das wirkt sich logischerweise deutlich auf die Strömung aus und erfordert großes Geschick bei dem verantwortlichen Lotsen.

Ein paar Tage später erlebte ich unter fachkundiger Begleitung von Ältermann Kapitän Grandorff beim letzten Elbabschnitt und Einfahrt in den Hamburger Hafen auf einem Autotransporter ganz andere Bedingungen. Schwierig waren hier weniger die Strömungen als vielmehr der dichte Verkehr und der enge Wenderadius beim rückwärts 'Einparken' an der vorgesehenen Liegestelle. Diese besonderen Herausforderungen erfordern bei großen Schiffen den Einsatz von 2 Lotsen, je einen an Backbord und einen an Steuerbord. Und die Elbe ist wegen unterschiedlicher Bedingungen ab Mündung in drei Reviere unterteilt: Elbe 1, Elbe 2 und Hafen Hamburg. Folglich sind wir auch vom Lotsenboot aus während der Fahrt über eine Außenleiter an Bord gegangen - bei ruhigem Wetter wie ich es vorfand sicherlich angenehmer als bei starkem Wind und entsprechendem Seegang.

Eine abschließende Bemerkung als Frauenpolitikerin: es spricht nichts dagegen, dass auch Frauen diesen Beruf ausüben. Tatsächlich sind in Deutschland aber vorläufig nur 2 Lotsinnen im Einsatz, beide auf der Elbe.

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