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Bodenseetour: Blaufelchen, altes Getreide und Truthahnfolie

Brüssel |

Haben Sie schon mal frisch gebackenes Brot aus Emmer probiert? Ich hatte dazu erstmals Gelegenheit bei meiner Wahlkampftour Ende Juli am Bodensee, organisiert von der Kreisvorsitzenden Elke Bass. Wir besichtigten einen bäuerlichen Familienbetrieb an der Grenze zur Schweiz, der mit dem Anbau alter Getreidesorten wie Emmer und Dinkel und Backtagen mit Ab-Hof-Verkauf aktuelle Verbraucherwünsche bedient und sich gutem Zulauf erfreut. Bei der Feldrundfahrt berichtete der Hofeigentümer auch über die Probleme für die Landwirte im Grenzbereich der Schweiz, die sich unlauterem Wettbewerb ausgesetzt sehen, da die Schweizer Kollegen nicht an EU-Vorgaben gebunden sind oder - soweit es sie eigentlich auch betrifft - sich nicht daran halten. Ein Thema für Brüssel!

Vorstellungen und Wünsche zur Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raums standen im Mittelpunkt von zwei Diskussionsveranstaltungen bei den Landfrauen. Ich gehöre selber dem Landfrauenverband seit meinem Abitur an, wohne direkt am Acker und achte immer darauf, dass bei der künftigen politischen Ausrichtung nicht nur Politik für die Ballungszentren gemacht wird, sondern auch Infrastrukturversorgung und Rahmenbedingungen für ländliche Regionen bedacht werden. Aus meiner Sicht bietet die Digitalisierung - vorausgesetzt, die Breitbandversorgung wird entscheidend vorangetrieben - sehr gute Möglichkeiten, Wohnen und Arbeiten in dörflicher Gemeinschaft zukunftssicher zu machen.

Natürlich ging es am Bodensee auch um Tourismus und Fischerei. Vertreter kleiner Beherbungsbetriebe und Campingplätze klagten über die Einführung einer Tourismuscard 'von oben herab', die Betreibern und Gästen das Leben schwer macht und sich eventuell mit EU-Regeln nicht verträgt. Und die Bodenseefischer - unter ihnen auch der Präsident der Schweizer Organisation - sorgen sich um die von der Landesregierung geplante Aquakultur im Bodensee mit Netzgehegen. Der Bestand an Blaufelchen, typischer und beliebter Bodenseefisch, ist in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. Die Fischer sehen die Ursache dafür vor allem darin, dass der Bodensee - großes Trinkwasserreservoir - so stark 'gereinigt' wurde, dass jetzt zu wenige Nährstoffe für die Fische enthalten sind. Schon geringe Phosphatzufuhr könnte für vermehrtes Wachstum von Plankton und Algen sorgen und damit ausreichend Nahrung für die Blaufelchen und den künftigen Bestand sicherstellen - für mich absolut einleuchtend. Netzgehege mit Fütterung 'von außen' könnten die Wildfische verdrängen und das natürliche Gefüge des Sees beeinträchtigen. Aquakultur am Ufer des Sees wäre die wahrscheinlich bessere Lösung, dafür setzen sich auch die Bodenseefischer ein.

Und nun wollen Sie wissen, was es mit der Truthahnfolie auf sich hat? Nun, wir besuchten auf unserer Rundtour mit dem örtlichen Bundestagskandidaten Tassilo Richter nicht nur Bauernhöfe, Fischer und eine Spedition direkt an der Schweizer Grenze, sondern auch einen Familienbetrieb, der sich ganz innovativer Folienproduktion verschrieben hat. Dort gibt es nicht nur Klarsichtfolie, die garantiert gerade abschneidet und sicher in der Handhabung ist (alle haben es ausprobiert), sondern auch kompostierbares 1x-Geschirr aus Zuckerrohr. Und wenn der Herbst und damit der Thanksgiving-Day naht, werden Extraschichten eingelegt, um übergroße Bratschläuche für Truthähne/Puten herzustellen, die bei den Amerikanern reißenden Absatz finden. So kann ein Betrieb im beschaulichen Baden-Württemberg zum Gelingen von Familienfeiern in den USA beitragen!

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