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Die Meereswochen in Brüssel

Brüssel |

Am 9. April starteten für mein Team und mich zwei spannende Wochen: nach mehrmonatigen Verhandlungen und Unterschriftensammlung war es uns mit tatkräftiger Unterstützung der Kommission und des Konsortiums Deutsche Meeresforschung (KDM) gelungen, die internationale G7-Ausstellung 'Ocean Plastics Lab' nach den ersten Stationen Turin und Paris nach Brüssel zu holen - eine Ausstellung mit dem Ziel, Wissenschaft greifbar zu machen und die Problematik des Plastikmülls im Meer verständlich und interaktiv zu vermitteln.

Vom 9. bis 19. April befanden sich die Container der Ausstellung deutlich sichtbar direkt vor dem Europaparlament und waren auch für die Öffentlichkeit mit sachkundiger Führung durch Studentinnen und Studenten da.

In den Containern wurden zum Beispiel typische Abfälle ausgestellt, um dann genau zu erfahren, wie lange dieses Plastik braucht um sich zu zersetzen und ob es später schwimmt oder auf den Meeresboden sinkt. Erstaunt hat mich, dass am häufigsten Zigarettenfilter im Meer landen, was vermutlich daran liegt, dass diese häufig einfach nur auf die Straße geworfen werden. Es ging auch um das Thema Wiederverwertung - alles absolut passend für die aktuelle Debatte und Gesetzgebung zu Abfall- und Kreislaufwirtschaft und die europäische Plastikstrategie. Die gesamte Ausstellung sprach jeden Besucher und jede Besucherin direkt an, da einem klar vor Augen geführt wurde, was wir alle durch unsere Müllproduktion in den Meeren bewirken. Denn Plastik hat zwar unser Leben erleichtert und ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, aber mit teilweise verheerenden Folgen: der Plastikteppich allein im Pazifik ist 1,6 Millionen km2 groß - eine Fläche entsprechend Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal und BeNeLux zusammen! Plastik im Meer stellt eine Gefahr dar für Vögel und Tiere und landet in Mikroteilen auch auf unserem Teller. Mittlerweile ist das Thema ja auch in allen Medien präsent.

Die Ausstellung passte zur Zeit ganz besonders gut, da die europäische Kommission erst vor kurzem ihre Plastikstrategie verabschiedet hat. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Umwelt vor Verschmutzung durch Kunststoffe zu schützen und gleichzeitig Wachstum und Innovation in der EU voranzutreiben. Ausgangslage sind dafür unter anderem, was auch sehr eindrücklich im 'Ocean Plastic Lab' ausgestellt wurde, die Tatsachen, dass 85% der Abfälle an Stränden aus Kunststoffen bestehen und nur 5% des Wertes von Verpackungsmaterial aus Kunststoff in der Wirtschaft verbleiben. Die Plastikstrategie steht somit also auch im direkten Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um die Kreislaufwirtschaft. Ein Ziel ist beispielsweise bis 2030 alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig zu machen. Ich bin sehr froh, dass dem Problem des Plastikmülls in unseren Meeren endlich genug Aufmerksamkeit zukommt, um tatsächlich Verbesserungen zu erreichen. In meinem nächsten Newsletter werde ich Ihnen noch mehr über die neue Plastikstrategie berichten können.

Neben dieser Ausstellung richtete meine fraktionsübergreifende Meeresgruppe 'SEARICA' (www.searica.eu) drei Konferenzen aus. Den Auftakt machte eine Diskussionsrunde mit hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft, internationaler und regionaler Politik, Wirtschaft und Industrie und NGOs in kleinem Rahmen zum Thema „Mission: Plastic Free Ocean". Wir bereiten nämlich gerade auch den nächsten europäischen Forschungsrahmen vor, der nach neuen effizienteren Kriterien mit sogenannten 'Missions' gestaltet werden soll. Professorin Mazzucato, Beraterin der Kommission, hält für möglich, dass duch eine 'Mission:Plastic free Ocean' und entsprechenden Maßnahmen eine Reduzierung von 90% des Plastikeintrags in das Meer und zeitgleich eine Halbierung des bereits im Ozean befindlichen Plastiks bis 2025 erreicht werden kann. Das klingt sehr ambitioniert, wurde aber heftig bezüglich Machbarkeit diskutiert und mit weiteren Vorschlägen zur Umsetzung bedacht. Angereist war für die Runde auch die 17jährige Indonesierin Melati Wijsen, mittlerweile international bekannte Gründerin der Kampagne Bye Bye Plastic Bags, welche sich die Abschaffung von Plastiktüten auf Bali als Ziel gesetzt hat.

Am Dienstag fand dann die Eröffnungskonferenz des 'Ocean Plastics Lab' statt. Der Sitzungssaal im Parlament war mit fast 200 Teilnehmern mehr als 'ausgebucht', neben allgemein Interessierten, Umweltverbänden und vielen Vertretern des maritimen Sektors war auch das Parlament gut vertreten, 11 weitere Kollegen hatte ich in die Konferenzen eingebunden, viele Assistenten waren unter den Teilnehmern. Auf dem Podium saß unter anderem Michael Meister, der parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das die Ausstellung großenteils finanziert hat - es war seine erste Auslandsreise seit Amtsantritt. Großes Medieninteresse erregten James Honeyborne, Executive Producer der auch schon bei uns im Fernsehen gezeigten BBC Serie 'Blauer Planet 2' mit Sir Richard Attenborough, und die beiden jungen Aktivistinnen Melati Wijsen und Olga Mironenko. Olga ist Wissenschaftlerin und Unternehmerin und nicht nur ausgezeichnet als 'Green Talent' und zur Zeit stationiert im Geomar in Kiel, sondern auch Gründerin eines Startups, das aus Plastikmüll aus dem Ozean Möbel herstellt. Das Highlight des Tages bot dann die gemeinsame Besichtigung der Ausstellung mit der offiziellen Eröffnung bei strahlend schönem Wetter.

Zur Abrundung fand am Mittwoch eine weitere große Konferenz mit einem speziellen Fokus auf Inseln statt. Vertreter aus europäischen Inselregionen wie Zypern, Mallorca, Madeira und Sardinien sowie NGOs und politische Akteure befassten sich mit den Schwierigkeiten, die durch Plastikmüll auf Inseln entstehen. Die Konferenz beschäftigte sich explizit mit der Kreislaufwirtschaft und dem nachhaltigen Tourismus, da gerade sehr beliebte und häufig besuchte Ferienregionen eine Lösung finden müssen, um sinnvoll mit dem Müll umzugehen. Mallorca sprach zum Beispiel darüber, dass die Menge an Müll in den Sommermonaten enorm zunimmt und die Touristen - selbst auch mit Verursacher - natürlich klares Wasser und saubere Strände erwarten.

Alles in allem waren die 'Meereswochen' ein enormer Erfolg! Mein Ziel, die Menschen auf das Problem der Verschmutzung der Meere durch Plastik aufmerksam zu machen, wurde voll und ganz erfüllt. Die erste Woche brachte wichtige Akteure zusammen, um auf politischer und auf Unternehmensebene Möglichkeiten zu schaffen für eine Zukunft ohne Plastikmüll in den Meeren. Da zeichnen sich auch neue Geschäftsmöglichkeiten ab mit alternativen Produktreihen, Wiederverwertung (es gibt inzwischen auch Textilien aus Plastikmüll), Filtern für Häfen und Waschmaschinen und vieles mehr. In der zweiten Woche der Ausstellung konnten zudem über 600 Schülerinnen und Schüler durch die Container geführt werden und somit als junge Generation noch mehr über die Problematik lernen und Ideen mitnehmen, wie sie selbst die Meere schützen können.

Ein Infoblatt zur Ausstellung zur 'Ocean Plastics Lab' finden Sie hier.

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Als niedersächsische Abgeordnete des Europäischen Parlaments vertrete ich die Interessen Niedersachsens, Bremens, Hamburgs, Mecklenburg-Vorpommerns, Sachsen-Anhalts und Brandenburgs in Europa. Ich freue mich über Ihr Interesse an meiner politischen Arbeit. Bei Fragen und Anregungen zögern Sie nicht, mit mir Kontakt aufzunehmen.    Ihre Gesine Meißner