Ich habe den Eindruck, dass dieses Jahr mehr Männer im Raum sind als letztes Mal, und das finde ich sehr gut. Ich möchte mich ausdrücklich bedanken bei Herrn Gustafsson, dem Vorsitzenden des Frauenausschusses, der sehr engagiert für die Rechte der Frauen kämpft, und auch bei meinem liberalen Kollegen, Olle Schmidt, der noch sprechen wird.
Es geht nämlich um Gerechtigkeit, und auch Männer empfinden Dinge als ungerecht und klagen das an, und das finde ich klasse. Noch etwas ist dieses Jahr anders gewesen als sonst. In der letzten Woche in Brüssel gab es ja die Veranstaltung zum „gender pay gap“ und da fing eine der Rednerinnen ihren Redebeitrag sehr eigenartig an. Sie hat gesagt, Männer sind schlechter qualifiziert, kriegen aber mehr Geld und zahlen mehr Steuern. Frauen sind besser qualifiziert, haben Hochschulabschlüsse, kriegen aber weniger Geld und zahlen weniger Steuern. Dann meinte sie, ob es nicht vielleicht falsch ist, dass wir Studienplätze für Frauen unterstützen, wenn diese nachher weniger Steuern zahlen. Natürlich meinte sie das als Witz. Sie meinte es genau umgekehrt, und umgekehrt muss man es auch sehen.
Wenn sechzig Prozent der Hochschulabsolventen mit qualifizierten Abschlüssen Frauen sind, können wir es uns dann leisten, dass wir so wenig Frauen die Möglichkeit zur Entwicklung auf gute Positionen geben? Können wir uns das leisten? Das ist doch eigentlich verrückt! Wir verschenken doch volkswirtschaftlich jede Menge Möglichkeiten. Es wurde schon gesagt: Mit einem Drittel Frauen in Führungsgremien sind das Betriebsklima und der Unternehmenserfolg nachweislich besser. Das gilt für Unternehmen, das kann natürlich auch genauso gut für die Politik gelten. Deswegen danke ich ganz herzlich den Berichterstatterinnen und auch Frau Reding und allen, die sich für diese Sache einsetzen. Wir brauchen mehr Gerechtigkeit in dem Bereich.