Eine Delegation des Verkehrsausschusses des Europäischen Parlaments war auf Einladung der Europaabgeordneten Gesine Meißner (FDP) vergangene Woche vom Mittwoch, 25.April 2012 bis Freitag, 27. April 2012, in Norddeutschland, um große Verkehrsinfrastruktur-Projekte in Norddeutschland zu besichtigen.
Der Schwerpunkt der Delegationsreise lag dabei im Bereich der maritimen Wirtschaft. Bei den Teilnehmern der Delegation handelte es sich um Abgeordnete aus Großbritannien, Dänemark, Luxemburg und Deutschland sowie Mitarbeitern der Europäischen Kommission.
Für Meißner stand im Vordergrund der Reise, die Lücke zwischen den Entscheidungen auf europäischer Ebene in Brüssel und den Auswirkungen in den Mitgliedsstaaten durch ein besseres Verständnis vor Ort zu schließen. "Es ist einerseits von Bedeutung zu sehen, was wir in Europa konkret für Norddeutschland tun können. Andererseits ist es mindestens genauso wichtig zu zeigen, welche große Rolle Norddeutschland nicht nur bei den Transeuropäischen Netzen auf Straße, Schiene und Wasserwegen sondern gerade auch im Bereich der maritimen Wirtschaft und Logistik für ganz Europa spielt", so Meißner über das Ziel der von ihr organisierten Reise.
Gleich zu Beginn stand mit dem JadeWeserPort das derzeit wichtigste Infrastrukturprojekt Norddeutschlands auf dem Programm. Dort machte sich die Delegation ein Bild von der beeindruckenden Baustelle und diskutierte mit dem Geschäftsführer der Realisierungsgesellschaft JadeWesePort, Axel Kluth, über die Positionierung des JWP im Vergleich zu den anderen norddeutschen Häfen sowie Entwicklungsperspektiven in der Containerschifffahrt. Dieses Thema wurde am Freitag weiter vertieft. In Hamburg traf sich die Delegation zu Gesprächsterminen mit Vertretern des Managements der Logistik- und Transportunternehmen Kuehne + Nagel sowie der Containerterminal- und Logistikgruppe EUROGATE. Dazwischen besuchte die Delegation zusammen mit dem niedersächsischen Umweltminister Dr. Stefan Birkner das Besuchszentrum des Nationalparks Wattenmeer in Wilhelmshaven, den Offshore-Basishafen in Cuxhaven und gemeinsam mit dem dänischen Verkehrsminister Henrik Dam Kristensen den zukünftigen Bauplatz der Fehmarnbeltquerung in Schleswig-Holstein. Während der Zugfahrt von Cuxhaven nach Fehmarn wurde zunächst mit dem Geschäftsführer der Metronom Eisenbahngesellschaft mbH, Frank Höhler, über den Wettbewerb im deutschen Schienenverkehr diskutiert. Anschließend wurden mit Vertretern des Managements der Deutschen Bahn AG insbesondere Hinterlandanbindungen von Häfen sowie norddeutsche und grenzübergreifende Aspekte der Eisenbahnpolitik thematisiert.
Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses Brian Simpsons (S&D) zeigte sich nach der Delegationsreise beeindruckt: "Norddeutschland ist eine echte "can do"-Region" stellte Simpson fest."Rotterdam und Antwerpen sollten sich besser warm anziehen, denn hier entsteht etwas." Insbesondere das Paket aus verschiedenen spezialisierten Häfen wie Cuxhaven, dem JadeWeserPort als erstem deutschen Tiefseehafen und dem Hamburger Hafen - einem der größten Containerhäfen der Welt, überzeugte Simpson von dem Potential der Region.
Ähnlich zuversichtlich äußerte sich Meißner zum Abschluss der Reise: "Die Region hat eindeutig viele wichtige Schritte in Richtung Wettbewerbsfähigkeit und zukünftige Entwicklung unternommen. Nun geht es darum, diese Erfolgsgeschichte durch unsere Politik in Europa weiter zu unterstützen und zu stärken."